Gangs of New York – der Film

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Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gangs_of_New_York

Der US-amerikanische Spielfilm „Gangs of New York“ kam 2002 in die Kinos und erzählt in der für Regisseur Martin Scorsese („Casino“, „Good Fellas“, „Aviator“) typischen episch-breiten Weise eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts angesiedelte Episode aus dem kriminellen Milieu des New Yorker Armenviertels Five Points. Dabei werden fiktive Handlungsstränge vor dem Hintergrund historischer Ereignisse entwickelt. Wieder einmal zeigte Scorsese unter großem Aufwand die Schattenseiten des „American Drema“ in drastisch, perfekt-düster fotografierten Bildern auf. Und wieder einmal bot Scorsese mit Leonardo di Caprio, Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz und Liam Neeson ein großes Staraufgebot auf.

In dem Historiendrama, dessen Produktionskosten sich auf 100 Millionen Dollar beliefen, kann sich der Anführer der britisch-stämmigen „Natives“, der „Butcher“ (Daniel Day-Lewis), mit brutaler Gewalt zum inoffiziellen Herrscher des Viertels Five Points, das von der Staatsgewalt weitgehend seinem Schicksal überlassen wird, machen. Er ermordet 1846 „Priest“ Vallon (Liam Neeson), den Anführer der gegnerischen irischen Bande „Dead Rabbits“. Bei der Auseinandersetzung geht es nicht nur um Revierkämpfe krimineller Banden, sondern auch um den Kampf der arm gebliebenen, aus England und Schottland stammenden, ersten Amerika-Einwanderer-Generation, die in den nach ihnen nach Amerika eingewanderten Iren lästige Konkurrenten sah. Der kleine Sohn von Vallon, Amsterdam, sieht den Mord an seinem Vater und schwört Rache. Nach 16 Jahren, die er in einer berüchtigten Besserungsanstalt verbracht hat, kehrt Amsterdan (Leonardo di Caprio) nach Five Points zurück. Er schmeichelt sich ins Vertrauen des „Butchers” ein und ist seinem Rache-Ziel bald nah, wird aber von einem eifersüchtigen Freund, der Amsterdams wahre Identität kennt, verraten. Der „Butcher“ verletzt Amsterdam schwer, lässt ihn aber am Leben.

In Folge versucht Amsterdam mit seiner Geliebten Jenny (Cameron Diaz) die Macht des „Butchers“ mit politischen Mitteln (Wahlkampf für einen irischen Sheriff) zu brechen, scheitert aber wieder an der Brutalität des von korrupten New Yorker Politikern unterstützten Gangsterkönigs. Der Konflikt eskaliert schließlich zum Showdown zwischen „Natives“ und „Dead Rabbits“, der aber durch den Ausbruch der „Draft Riots“ zum vollkommenen Chaos wird. Die historischen „Draft Riots“ (14. bis 16. Juli 1863) brachen als blutiger Protest armer, meist irischstämmiger New Yorker gegen die Praxis aus, dass sich wohlhabende Bürger im Gegensatz zu den Armen von der Wehrpflicht im Amerikanischen Bürgerkrieg freikaufen konnten. Die „Draft Riots“ arteten zu Plünderungen und zu zahlreichen Morden an Reichen und Schwarzen aus. Die Unruhen wurden mit massiver Militärgewalt niedergeschlagen, das Viertel Five Points dabei fast völlig zerstört. Im Film wird der „Butcher“ schließlich von Amsterdam getötet. Amsterdam und Jenny beginnen ein neues Leben.

Der 160-Minuten-Film war sowohl beim Publikum wie bei der Kritik ein großer Erfolg. Allerdings erhielt er trotz zehn Nominierungen nicht einen einzigen Oscar. Immerhin wurde der Film aber mit zwei Golden Globes, davon einer für die „Beste Regie“, ausgezeichnet.